• Merten Riesner

Fine Art Photography und warum gerade ich so fotografiere.

Aktualisiert: Aug 13

Warum fotografiere ich Fine Art?


Vor einiger Zeit noch, da fotografierte ich Werbeaufträge und Porträts usw., dann wurde ich krank, richtig krank. Ich bekam durch meinen eigentlichen Beruf den ich im Rettungsdienst einer Hilfsorganisation in Bayern ausübe Depressionen, PTBS und Angst-Panikstörungen. Es war Anfang 2015, als es mir deshalb bis auf einen kleinen Rand an der Mauer den Boden unter den Füßen wegzog und ich mich plötzlich in einer Abwärtsspirale meiner Psyche befand. Der kleine Rand an der Mauer, das waren die Menschen, die mir damals geholfen haben, den Boden den es nicht mehr gab neu zu verlegen. Ich musste erst einmal den Traum mit der Fotografie Geld zu verdienen aufgeben. Zu einem großen Teil musste ich alles hinter mir lassen, weil es nicht mehr ging und weil ich es nicht mehr wollte. Die Fotografie bildete trotzdem eine Säule der Erholung für mich, nur anders und mehr für mich.



Das weiße Pferd


Es war die FineArtPhotography die für mich mehr und mehr ein Teil meiner Therapie wurde. Ich verkaufte all mein digitales Equipment und fing an komplett auf die Film (analog) Fotografie umzustellen. Erst sendete ich meine Filme zum Entwickeln weg, es dauerte aber nicht lang, dass auch das Entwickeln der Filme in meinen Händen lag. Die Art wie ich früher fotografierte war mehr davon geprägt, was andere so sehen wollten. Ich achtete viel darauf das ich so fotografierte, dass es anderen gefiel. Es war einfach nicht zufriedenstellend. Ich änderte also das Material und meine Art zu fotografieren. Heut fotografiere ich die Dinge so, wie ich mich gerade fühle oder was ich gerade fühle. Das klingt irgendwie, wie Bäume umarmen, es ist auch irgendwie schwer zu erklären. Es funktioniert aber sehr gut und ich bin viel zufriedener mit meinen Bildern und heut möchte ich sogar sagen ich habe ein vorzeigbares Portfolio, nich t weil ich besser fotografiere als ich das früher tat, sondern weil ich dahinter stehe. Einfach nur ein Landschafts- oder Naturbild machen welches ja mehr eine Dokumentation dessen ist, was man gerade vorfindet, ist meine Fotografie also nicht. Nein, sie ist mehr, sie ist der Spiegel meiner Seele und jedes Bild ist ein Teil davon. Die Fine Art Photography ist das schöne und saubere ausarbeiten eines Bildes, ob nun digital, oder analog im Hybridverfahren (dazu ein andermal mehr), oder ganz im analogen. Die Fine Art Photography ist für mich die Kunstform der Fotografie, mal mehr und mal weniger Handwerk. Hier kommt es nicht auf Masse an, sondern darauf das eine Bild vom Ausdruck, bis hin zur Präsentation durchdacht ist.



the dancer


Für mich fängt das also schon viel weiter vorn an. Ich besuche den Ort, an dem ich fotografieren möchte oft mehrmals bevor ich ein Foto mache. Ich will den Ort in allen möglichen Lichtsituationen gesehen haben, bevor ich mich entscheide ein Foto zu machen. So kann ich heut sagen, dass ich mich so fühle und deshalb an diesen Ort fahre, um dort ein Bild zu machen, weil das heut genau so passt. Das gibt mir eine enorme Ruhe und Kraft, ohne Druck und Stress eine Fotografie anzufertigen. Mit meiner Erkrankung fällt es mir schwer mich auf Dinge zu fokussieren, ob lesen, ein Gespräch führen, Büroarbeiten und so weiter. Die Fotografie hilft mir dabei mich auf eine Sache zu fokussieren, andere Dinge auszublenden und nur im Hier und Jetzt zu sein. Stativ aufbauen, Kamera montieren, Bildausschnitt wählen, Licht messen, Einstellungen vornehmen, es ist ein Ritual. Wahrscheinlich würde ich das gleiche vom Töpfern sagen, würde ich das machen, es ist aber die Fine Art Photography die mich so begeistert.


Grüße Merten


© 2020 Merten Riesner