Suche
  • Merten Riesner

Die wunderschöne Fuji G690 BL!

Aktualisiert: 24. Juni 2019




Der Nachfolger wird als die Texasleica gehandelt, soll wahrscheinlich bedeuten diese Kamera ist was für ganze Kerle. Die #FujiG690 BL ist auf jeden Fall eines, in Deutschland sehr selten. Deshalb findet man auch im Internet so gut wie nichts auf deutsch zu dieser Kamera. Ich habe mir deshalb gedacht, schreib ich halt etwas dazu. Ich werde hier nicht schreiben wo sie herkommt und was es alles für Modellvarianten gab. Nein, hier schreibe ich was ich an Erfahrung damit habe und warum ich sie habe.





Die Fuji G690 BL ist nichts für schwache Arme, wer keine Muskeln hat tut sich mit der Kamera keinen Gefallen. Das heißt nicht das man die Kamera nicht nutzen kann, man wird es aber spätestens am nächsten Morgen spüren. Wer weniger Kraft hat sollte also auf jeden Fall öfter Pause machen, oder ein Stativ nutzen.

Ich habe nicht wenig Kraft, trotzdem nutze ich gern ein Stativ, das mache ich ja so ziemlich immer, die Bandscheiben danken es einem mit langer und guter Funktion.


Die Maße sind: 187 mm breit x 119,5 mm hoch x 147 mm tief ( mit 100mm Objektiv )

Das Gewicht zieht mit 2014g und angesetztem 100mm Objektiv schon ordentlich an Nacken oder Schulter. Die Pentax 6x7 mit 105mm Objektiv wiegt mit 2300g noch etwas, nur mal zum Vergleich.





Diese Kamera hat so einige Besonderheiten gegenüber anderer Kameras und vor allem gegenüber ihrer Nachfolgerin. Die Fuji GW690 ist die Nachfolgerin der Fujica G690 BL und sie hat kein abnehmbares Objektiv mehr und da sind wir schon bei der genialsten Besonderheit. In der Fujica G690 BL befindet sich ein sogenannter Hilfsverschluß, dieser wird an der Unterseite der Kamera aktiviert und deaktiviert. Er ( ein Tuch ) schiebt sich beim aktivieren zwischen Film und Objektiv und somit ermöglicht er das wechseln des Objektives trotz eingelegtem Film.

Man kann somit auch das Objektiv abnehmen und Body und Objektiv getrennt transportieren.

Ich habe euch hier mal ein Video verlinkt, der gute Mann da erklärt ab Minute 5:06 sehr gut den Hilfsverschluß und zeigt euch auch wie der geht.


Der Link führt zu einem externen Video auf Youtube:

https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=05Vy_Iejfno


Für die Kamera gibt es mehrere Objektive, einige sind sehr selten andere findet man häufiger .

Sehr selten ist das Fujinon 50mm f5.6, die Objektive Fujinon 65mm f5.6 und f8 sind genauso wie das 100mm f3.5 ziemlich oft bei japanischen Händlern über ebay zu finden. Die Teleobjektive Fujinon TS 150mm f5.6 und 180mm f5.6 sind auch eher selten zu finden. Selten heißt auch immer teuer und bestellt ihr bei einem japanischem Händler dürft ihr nicht vergessen das da noch Steuer und Gebühren hinzukommen.


Für die Objektive der Brennweiten 50mm und 65 mm braucht es einen extra Sucher der oben auf die Kamera gesteckt wird.





Ich selbst besitze nur das 100mm f3.5 und es ist ein ziemlicher Brocken Glas, der aber exzellent gearbeitet und dadurch einen sehr wertigen Eindruck macht. Zudem ist das Objektiv bei jeder Blende scharf.

Ich hatte früher mal eine Fuji GW690 II, diese Kamera hat ein 90mm Objektiv und das war mir für das doch recht Schlauchartige Filmformat von 6x9 cm etwas zu weitwinklig. Mit dem 100mm Objektiv der Fuji G690 BL ist das anders, das liegt mir wirklich sehr und es macht mir Freude damit zu fotografieren.


Für die Fujica Kameras kann ich euch im übrigen den CT-Kameraservice empfehlen, dort bekommt ihr für solche Kameras erstklassigen Service und der Preis stimmt auch.


Der Sucher der Kamera der Fuji G690 Bl deckt ungefähr 84% ab, nicht wirklich viel, dafür ist er mit Leuchtrahmen für das 100mm und 150mm Objektiv ausgestattet und feldkorrigiert. Wenn das Objektiv fokussiert ist, werden die hellen Linien nicht nur für die Parallaxe, sondern auch für das Sichtfeld angepasst. Das ist wirklich eine tolle Sache.

Der Sucher meiner Kamera ist sehr hell, manchmal habe ich das Gefühl ich schaue gar nicht durch Glas.


Das Auflösungsvermögen wenn man ein 6x9 cm Negativ scannt ist enorm. Nur mal in Zahlen. Bei einem Scan von 2300dpi ( Epson V800 ) bekomme ich also ein Bild im tiff Format mit einer Auflösung von ca. 5400 x 8100 Pixel +/- das wären dann um die 43 Megapixel. Das finde ich ordentlich. Voraussetzung ist natürlich genaues arbeiten, nicht verwackeln und einen geeigneten Film. Bessere Scanner schaffen natürlich noch mehr.


Mit diesem kleinen Wahlschalter kann man zwischen 6,5x9 Sheetfilm und Rollfilm wechseln.

Das ganze ist nur im Studio wirklich praktikabel da man den Sheetfilm im Dunkelsack einlegen und entnehmen muss, sprich irgendwie Blödsinn. Wer braucht das bitte, oder hat sowas gebraucht? Ihr könnt es mir ja mal unten in die Kommentare reinschreiben.


Grüße Merten


0 Ansichten